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Airbus: Prall gefülltes Orderbuch

Die Langfristperspektiven des Konzerns sind aufgrund des prall gefüllten Flugzeug-Orderbuchs sehr gut. Die Verteidigungsausgaben in Europa werden zudem ansteigen, wovon Airbus zukünftig profitieren sollte. Die Flugzeugauslieferungen stiegen in den vergangenen Jahren kontinuierlich an, dieser Trend sollte sich fortsetzen und in den nächsten Jahren zu kräftigen Gewinnsteigerungen führen.

Geschäftsmodell und Wettbewerb
Airbus ist ein führender europäischer Hersteller von Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungstechnik. Der größte Bereich ist das Geschäft mit Zivilflugzeugen. Hier wurden 2024 ca. 72 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet. Mit 766 Flugzeugauslieferungen 2024 (2023: 735) lag Airbus wieder deutlich vor dem wichtigsten Wettbewerber Boeing.

Nach den extremen Einschnitten während der Coronakrise erholte sich der zivile Luftverkehr wieder und kehrt zu seinen langfristigen, überdurchschnittlichen Wachstumsraten zurück. Rund 17 Prozent des Umsatzes werden im Geschäftsbereich Defence & Space mit Rüstungs- und Raumfahrttechnologie erzielt, das Segment Helicopters trägt rund 11 Prozent zum Umsatz bei.

Geografisch war die Umsatzverteilung 2024 breit diversifiziert mit jeweils ca. 34 Prozent in Europa und 31 Prozent in Asien sowie 16 Prozent in Nordamerika. Das Auftragsbuch ist mit über 8.600 Bestellungen (entspricht mehr als zehn Jahresproduktionen, vor allem A320) prall gefüllt.

Strategie und Management
Vorstandssprecher Guillaume Faury steht seit 2019 an der Konzernspitze. Faury verfügt über ausgeprägte Erfahrung im Flugzeuggeschäft, er verbrachte fast seine gesamte Karriere bei Airbus und leitete dort unter anderem den Bereich Zivilflugzeuge. Lediglich von 2009 bis 2013 machte er einen Ausflug ins Automobilgeschäft, wo er die Fahrzeugentwicklung bei Peugeot leitete. Seit Herbst 2023 ist Thomas Toepfer neuer Finanzvorstand, er hatte zuvor die gleiche Position bei Covestro. Lars Wagner (CEO von MTU Aero Engines) wird ab 2026 die Leitung des größten Bereichs Commercial Aircraft bei Airbus übernehmen.

Grafik 1: Wertentwicklung Airbus

Gute Position im Konkurrenzvergleich – Auftragsbestand entspricht mehr als zehn Jahresproduktionen
Eine Reaktivierung geparkter alter Flugzeuge ist wegen des häufig notwendigen Umbaus (weniger Premiumverkehr) und der niedrigeren Energieeffizienz oftmals unattraktiv. Das dürfte der Nachfrage nach entsprechenden neuen Flugzeugen helfen. Airbus ist dort sehr gut positioniert, der einzige Konkurrent Boeing leidet immer noch unter verlorengegangenem Vertrauen. Das gilt speziell für die Kurz- und Mittelstreckenmaschinen. Die Nachfrage nach diesen Flugzeugen bleibt hoch.

Bemerkenswert ist der Auftragsbestand von derzeit über 8.600 Zivilflugzeugen. Dies entspricht mehr als zehn Jahresproduktionen von 2024 und untermauert die These vom langfristigen Wachstumspotenzial.

Neuentwicklungen und …
Der A350 brachte wie das Kurz- und Mittelstreckenflugzeug A320neo schon vor Produktionsbeginn ungeahnte Vertriebserfolge. Prägend ist insbesondere die Nachfrage aus dem Mittleren Osten und aus Asien insgesamt. Neue Flugzeuge profitieren von einer deutlich höheren Effizienz nicht nur beim Treibstoffverbrauch.

… weiter verbesserte Produktpalette …
Airbus nahm auch ein Update für den Langstreckenflieger A330 vor. Das Flugzeug bekommt modernere Triebwerke, die den Flieger wesentlich effizienter machen. Eine verlängerte A320 als A321XLR für den Bereich kurzer Langstrecken ist an den Start gebracht. Mittelfristig wird die Produktpalette damit attraktiver als bisher. Airbus hat seinen Anteil am A220-Projekt erhöht. Das Unternehmen wird diesen Maschinentyp auch in den USA fertigen, was wohl eine politische Komponente hat (mögliche Vermeidung von Strafzöllen).

… aber A380 eingestellt
Die A380-Produktion wurde 2021 eingestellt. Die Volumina wurden bereits in den Jahren davor deutlich zurückgefahren. Das Flugzeug kam bei den Passagieren zwar immer gut an, allerdings geht der Trend in der Luftfahrtindustrie zu mehr Direktverbindungen, für die so große Flugzeuge nicht mehr gebraucht werden. Entsprechend fehlen Anschlussaufträge für den Flieger, der letztendlich ökonomisch kein Erfolg war. Der noch verbliebene A380-Hauptkunde Emirates wandelt seine Aufträge in A350-Jets um. Eine Vereinfachung der Produktpalette entlastet Airbus auf der Kostenseite.

Verteidigungsgeschäft – Europa muss stärker in Sicherheit/Verteidigung investieren
Der Verteidigungsbereich fällt eher durch einen stabilen Ergebnisbeitrag auf, wobei deutliche Budgetrestriktionen insbesondere im Heimatmarkt Europa aber bisher belasteten. Eine veränderte europäische Sicherheitsarchitektur bedingt durch den Krieg in der Ukraine und die US-Positionierung dürfte diese Situation aber deutlich verändern – auch Airbus wird mit seinem Produktportfolio zukünftig stärker profitieren. Außereuropäische Exportmärkte werden zudem weiter von Bedeutung sein.

Immer wieder Projektrisiken in der Vergangenheit
In der Vergangenheit gab es immer wieder Projektrisiken bei Airbus (zum Beispiel Militärtransporter, Satelliten, Lieferkettenprobleme durch Zulieferer). Sie lassen sich wohl bei den komplexen, auch regulatorisch und politisch anspruchsvollen Produkten/Services leider nicht gänzlich vermeiden. Negative Nachrichten/Überraschungen belasten aber meist nur kurz.

Regierungseinfluss tendenziell rückläufig
Der Konzern zieht viel Staatsinteresse auf sich. Das manifestiert sich in staatlichen Beteiligungen aus Frankreich, Deutschland und Spanien. Diese Interessen stehen nicht immer untereinander im Gleichklang und können auch denen der privaten Aktionäre widersprechen. Das Management kommt aber Schritt für Schritt damit voran, von diesen Interessen unabhängiger zu werden, erkennbar beispielsweise in der Gewichtsverschiebung vom Rüstungs- zum Zivilgeschäft. Die Umbenennung in Airbus unterstreicht dessen Bedeutung. Wir rechnen nicht damit, dass die Bemühungen des französischen Staates, den Einfluss wieder zu erhöhen, erfolgreich sein werden.

Vertrauensverluste durch Korruptionsvorwürfe und Gerichtsverfahren
Immer wieder kommen gegen Airbus Korruptionsvorwürfe auf. Es geht oftmals um Bestechungszahlungen im Vertrieb von Zivilflugzeugen, getarnt über Beraterverträge. Darüber hinaus belasten langwierige Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit Flugzeugabstürzen.

Airbus mit starkem Zahlenwerk im dritten Quartal und CEO-Vertragsverlängerung
Mit einem bereinigten operativen Ergebnis (EBIT) von 1,4 Milliarden Euro und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,40 Euro (Konsens: 1,2 Milliarden Euro bzw. 1,20 Euro je Aktie) sorgte Airbus im dritten Quartal 2024 für eine deutlich positive Überraschung. Alle drei Sparten (Flugzeuge, Helikopter, Verteidigung) konnten den Marktkonsens beim operativen Gewinn übertreffen. Die Steigerung beim EBIT gegenüber dem Vorjahresquartal 2023 betrug damit rund 40 Prozent und resultiert aus gestiegenen Umsätzen/höherer Profitabilität und einer wegfallenden Einmalbelastung im Bereich Defence/Space. Der Ausblick für das laufende Jahr (bereinigtes operatives Ergebnis 5,5 Milliarden Euro/freier Cashflow 3,5 Milliarden Euro) wurde bestätigt. Zudem vermeldete Airbus einen Großauftrag über 60 A321neo-Flugzeuge aus Saudi-Arabien und die Verlängerung des Vertrags mit CEO Guillaume Faury (mit Zustimmung der nächsten Hauptversammlung).

Solider Jahresabschluss, Cashflow stark, Ausblick 2025 etwas unter Konsens
Airbus hat im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahrs 2024 die Markterwartung für den Umsatz und das operative Ergebnis erreicht und für den Free Cashflow deutlich übertroffen. Das wichtigste Segment Flugzeuge schloss wie erwartet ab, der Helikopterbereich überraschte operativ positiv, während das kleinste Segment Verteidigung unter der Erwartung blieb. Für das Jahr 2024 wird eine reguläre Dividende von 2,00 Euro je Aktie vorgeschlagen, dazu kommt eine Sonderdividende in Höhe von 1,00 Euro pro Aktie. Der Ausblick für 2025 liegt für das operative Ergebnis leicht unter der bisherigen Konsenserwartung des Marktes (7,0 versus 7,2 Milliarden Euro Konsens, unter anderem aufgrund der Integration von Spirit AeroSystems-Produktionsprozessen) und basiert auf einer geplanten Auslieferung von rund 820 Flugzeugen.

Hinweis:
Offenlegung möglicher Interessenkonflikte:
Die Commerzbank hat innerhalb der vergangenen zwölf Monate Investmentbanking-Dienstleistungen für Airbus SE erbracht oder vereinbart, solche zu erbringen, für die sie Einkünfte erhalten hat bzw. wird.

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Discount-Zertifikate

WKN

Basiswert

Cap

Discount

Max. Rendite p.a.

Bewertungstag

Geld-/Briefkurs

SJ7 BA5

Airbus

138,00 EUR

23,54 %

6,11 %

20.03.2026

129,69/129,75 EUR

SJ7 BBB

Airbus

154,00 EUR

16,84 %

8,76 %

20.03.2026

140,79/140,86 EUR

SJ7 BBE

Airbus

162,00 EUR

13,68 %

11,02 %

20.03.2026

145,55/145,63 EUR

SJ7 BBM

Airbus

178,00 EUR

9,12 %

15,88 %

20.03.2026

153,29/153,37 EUR

BEST Turbo-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Typ

Basispreis/Knock-Out-Barriere

Hebel

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

SY8 MFQ

Airbus

Call

132,1524 EUR

4,5

Unbegrenzt

3,77/3,78 EUR

SJ3 L34

Airbus

Call

147,0468 EUR

7,4

Unbegrenzt

2,26/2,27 EUR

SJ3 RGD

Airbus

Call

154,1989 EUR

10,7

Unbegrenzt

1,75/1,89 EUR

SW7 WW2

Airbus

Put

210,6340 EUR

4,0

Unbegrenzt

4,20/4,21 EUR

SU7 22G

Airbus

Put

195,8349 EUR

6,2

Unbegrenzt

2,74/2,75 EUR

SW7 4Q1

Airbus

Put

187,9136 EUR

8,5

Unbegrenzt

1,97/1,98 EUR

Faktor-Optionsscheine

WKN

Basiswert

Strategie

Faktor

Laufzeit

Geld-/Briefkurs

SB0 BT3

Airbus

Long

2

Unbegrenzt

40,04/40,10 EUR

SN4 L9Z

Airbus

Long

4

Unbegrenzt

29,15/29,24 EUR

SQ1 CGW

Airbus

Long

6

Unbegrenzt

34,83/35,22 EUR

SW7 XVJ

Airbus

Short

–2

Unbegrenzt

8,17/8,19 EUR

SX0 FU1

Airbus

Short

–4

Unbegrenzt

8,36/8,38 EUR

SX0 DQC

Airbus

Short

–6

Unbegrenzt

7,08/7,14 EUR

Stand: 20. März 2025; Quelle: Société Générale
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt zu Informationszwecken lediglich in Kurzform und stellt einen Auszug aus dem Gesamtangebot von Société Générale sowie keine Anlageempfehlung dar. Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN. Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern, den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.